Der Anfang

Auf Initiative des Bahnbeamten Otto Linck, Ludwigshafen am Rhein treffen sich im Gasthaus Breitling in Ludwigshafen Jobs Blum, Otto Bilfinger, Albert Grimmeisen, Heinrich Kohl, Otto Linck, Albert Meyer, Adrian Platz und Otto Volker zur Vorbe-sprechung über die Gründung eines Wandervereins in der Pfalz.

Als Name ist vorgesehen: „Touristenclub Pfalz“.

Gründung des Vereins

Gründung des Vereins im Gr. Bürgerhaus in Ludwigshafen. Der Initiator zur Gründung des Vereins, Bahnbeamter Otto Linck leitet die Versammlung, die von 116 Interessenten besucht ist. 95 davon tragen sich in die Mitgliederliste ein.
Auf Vorschlag von Heinrich Kohl nennt sich der Verein „Pfälzerwald-Verein“. 1. Vorsitzender wird Fabrikant Fais, 2. Vorsitzender Otto Linck. Bis Ende des Jahres zählt der Verein über 300 Mitglieder.

Erste Wanderung

Erste Wanderung Neustadt - Neustadt - Kalmit - Schänzel - Edenkoben.

Otto Linck bringt zum 1. Mal den Gruß „Wald Heil“ aus.

Vereinsabzeichen

Otto Volker, Ludwigshafen legt den Entwurf für das heute noch gültige
Vereinsabzeichen vor.

Wochenzeitschrift

Die als „Wochenzeitschrift für Touristen-, Radfahrer- und Fremdenverkehr in der Pfalz und Umgebung“ als „Organ des pfälzischen Verschönerungsvereins, des Gräfensteiner und Zweibrücker Verschönerungsvereins, sowie vieler Lokalvereine“ seit 1900 bestehen- de Zeitschrift „Der Pfälzerwald“ wird Organ des Pfälzerwald-Vereins.

Neue Ortsgruppen

Der Verein weitet sich auf weitere Städte aus, z.B. Bad Bergzabern, Bad Dürkheim, Edenkoben, Grünstadt, Kaiserslautern, Kirchheimbolanden, Landau und Neustadt/H.

Die Lokomotive „Pfälzerwald“

Die Bahn fährt auf Betreiben des PWV Ausflugszüge von Ludwigshafen nach Neustadt.
Die Lokomotive erhält den Namen „Pfälzerwald“.

1. Vereinssatzung

Justizrat Grill erstellt die 1. Vereinssatzung, die heute in wesentlichen Teilen noch gilt.

Gliederung in Hauptvorstand und Ortsgruppen, Aufgaben: Wandern, Wegebezeichnung, Wanderkarten, Unterkunftshäuser, Naturschutz, Fremdenverkehr und Jugendarbeit.

Außerordentliche Mitgliederversammlung

Außerordentliche Mitgliederversammlung; Satzungsverabschiedung; Gründung des
Hauptvorstandes durch 9 Ortsgruppen.

Der Verein zählt zum Jahresende über 1.000 Mitglieder.

Wahl des 1. Hauptvorstandes

Wahl des 1. Hauptvorstandes in Neustadt a.d. Haardt.

1. Hauptvorsitzender wird Kgl. Oberforstrat Ritter, der 1907 geadelt wurde.

Die Stabenbergwarte

Das 1. Bauwerk des PWV, die 9 m hohe Stabenbergwarte wird eingeweiht.

Gründung weiterer 7 Ortsgruppen. Mitgliederstand zum Jahresende über 3.000 in 16 Ortsgruppen.

Die Ortsgruppe Ludwigshafen und Landau legen den Wanderweg Trifels - Madenburg an.

Die erste Wanderkarte

Kommerzienrat Kohl vermißt mit Jobs Blum zur Schaffung einer Wanderkarte 1 : 50.000
(Kohl’sche Karte) die Wanderwege, Wanderziele und Stützpunkte im Pfälzerwald.

Ende 1905 zählt der Verein in 20 Ortsgruppen 4.225 Mitglieder.

Die 1. Blockhütte

Die Ortsgruppe Frankenthal erstellte auf dem Rahnfelsen die 1. Blockhütte.
Erster Hauptausflug des Gesamtvereins am 15. Mai zum Hexenplatz nach Bergzabern.

Im Jahr 1907

Der PWV legt einen Wanderweg vom Hambacher Schloß zur Kalmit an.

Auf Lambertskreuz bei Lambrecht wird eine weitere Blockhütte erstellt.

Die Bahn führt auf Betreiben des PWV Sonntagsrückfahrkarten ein.

1. bewirtschaftete Hütte

Auf der Kalmit wird als erste bewirtschaftete Hütte die „Ludwigshafener Hütte“ eingeweiht.

Luitpoldturm

Auf dem Weißenberg beim Hermersbergerhof wird in Anwesenheit von Prinzregent Luitpold der 35 m hohe Luitpoldturm eingeweiht. Baukosten 16.000,--Mark.

Im Jahr 1910

Die Neustadter Hütte, die „Hellerhütte“, die erste Hütte mit Übernachtungsmöglichkeiten wird eingeweiht.

Deutscher Wandertag

Deutscher Wandertag in Neustadt/Haardt vom 2. bis 4. September 1910.

Im Jahr 1912

Regierungsdirektor Wappes, Speyer wird Hauptvorsitzender.

Im Jahr 1914

Kurz vor Ausbruch des Krieges eröffnet der Pfälzerwald-Verein im Gasthaus „Zum Schiff“ in Neustadt/H. die erste Jugendherberge der Pfalz mit 20 Betten. Die Herberge wurde aber mit Kriegsbeginn Lazarett.

Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges zählt der PWV in 132 Ortsgruppen 16.900 Mitglieder.

1914 bis 1918

Der Vereinsbetrieb muß im 1. Weltkrieg erheblich eingeschränkt werden, kommt aber nie zum Erliegen.

Mitgliederzahl bei Kriegsende in 53 Ortsgruppen 5.200 Mitglieder.

1919 bis 1921

steigt die Zahl der Ortsgruppen auf 115 an. Der Mitgliederstand erreicht mit 17.500

Mitgliedern eine Scheinblüte. 

1926 bis 1928

erholt sich der Verein wieder. Er zählt Ende 1928 in 113 Ortsgruppen wieder 13.500 Mitglieder.

1928 bringt Emil Ohler, zum 25jährigen Jubiläum, das erste „Wanderbuch“ nach dem Krieg heraus und führt die „Lehrwanderungen“ ein.

31.8. bist 3.9.1928: Deutscher Wandertag in Neustadt/Haardt.

Im Jahr 1929

Regierungsdirektor Erb wird Hauptvorsitzender.

1929 bis 1934

Vom Hauptverein werden Kalmitturm und Lindelbrunnhaus geplant und gebaut.

1935

Regierungsdirektor Deininger wird Hauptvorsitzender.

1935 bis 1945

Die Vereinstätigkeit wird durch Anordnung des Dritten Reiches (Gleichschaltung) erheblich beeinträchtigt.

Der Verein wird dem nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen angegliedert. Nur durch Unerschrockenheit und Mannesmut konnte Lehrer K. A. Herzog, der schon lange Mitglied im Verein war, durch Vorsprache beim damaligen Gauleiter erreichen, daß der Verein nicht aufgelöst wurde. Herzog wurde schließlich 1941 zum Kommissarischen Hauptvorsitzenden bestellt.

Im Krieg kam das Vereinsleben vielerorts zum Erliegen.

Die Mitgliederzahl geht auf 8.000, die Zahl der Ortsgruppen auf 91 zurück.

Ende 1945

Nach Kriegsende wird der Verein durch die Besatzungsmächte verboten.

Das Vereinsvermögen ( Hütten, Häuser, Aussichtstürme) wird unter Sequesterverwaltung gestellt.

Das Ende des Vereins schien gekommen.

Ab 1946

wurden von Wfrd. Emil Ohler die Bemühungen um Wiederzulassung des Vereins betrieben.

Am 7. März 1946 wird - wegen des Versammlungsverbotes - in seiner Wohnung der 1. Antrag zur Wiedergründung des Vereins formuliert, von den Wanderfreunden Candidus, Haupt, Kederer, Ohler und H. Schmitt unterschrieben und beim Gouvernement Militaire in Landau eingereicht. Am 9. Februar 1948 kam von dort der Bescheid, daß der Verein vorläufig genehmigt ist.

Bereits am 21. April 1948 fand im Hotel Traube in Neustadt/W. eine erste Versammlung statt. Vertreten waren 42 Ortsgruppen mit 127 Vertretern.

Hauptvorsitzender wurde der frühere Hauptwanderwart Forstmeister Haupt aus Hochspeyer und nach dessen überraschendem Tod vertretungsweise Weingutsbesitzer A. Candidus aus Rhodt.

1950

wird in der 1. Ordentlichen Hauptversammlung in Haardt Oberlandforstmeister Friedrich Hauck, der Leiter des Regierungsforstamtes, zum neuen Vorsitzenden gewählt. Unter seiner Führung beginnt der Wiederaufstieg des Vereins.

Die Zahl der Ortsgruppen und Mitglieder steigt ständig, das Wegebezeichnungsnetz wird neu aufgebaut. An Hütten und Türmen werden die Kriegsschäden beseitigt.

Die erste Nachkriegswanderkarte im Maßstab 1: 170 000 erscheint im Verlag Waldkirch. (Ein größerer Maßstab war von der Besatzungsmacht nicht zugelassen).